Im neuen McKinsey Quarterly (Heft 1/2006) geht es um ‘The Chinese consumer: To spend or to save?’ Dieser Artikel von Kevin Lane (principal in McKinsey’s Shanghai office) und Ian St-Maurice (associate principal in McKinsey’s Singapore office) stützt sich auf eine Umfrage in deren Verlauf 6000 Haushalte in 30 chinesischen Städten interviewt wurden.
Das Ergebnis ist recht widersprüchlich: es besteht ein hoher Konsumwunsch (“Chinese households revealed a strong near-term appetite for consumer goods”) bei gleichzeitiger finanzieller Unsicherheit (“Just 37 percent of those surveyed … agreed or strongly agreed with the statement ‘I feel confident about my financial future.’”) und einer Sparquote von 25%.
Der Aufbau eines finanziellen Polsters hat für sie die höchste Priorität. So wird die Gehaltserhöhung (1/3 der Befragten hatte im letzten Jahr eine Gehaltserhöhung bekommen) von jedem Zweiten zum größten Teil gespart und nur 9% gaben an, sie würden fast die vollständige Gehaltserhöhung konsumieren. Der Grund des Sparens wurde von den Befragten wie folgt angegeben:
- As a precaution in case I or members of my family get sick: 50%
- As a provision for retirement: 43%
- Toward buying an apartment or house: 36%
- Because it is virtue: 30%
- So that I can leave an inheritance to my children: 27%.
Conghua Li hat in seinem Buch ‘China: The Consumer Revolution’ vier grundlegende soziale und kulturelle Werte herausgearbeitet, die den chinesischen Konsumenten beeinflussen, dies sind: life extension, interpersonal, social status and assimilation. Besonders die für das Sparen angeführten Gründe 1, 2 und 5, lassen sich dem Konzept life extension zu ordnen. Li definiert life extension wie folgt (S. 9):
The desire for a long life and reverence for the elderly and children are characteristics of Chinese culture. Life extension is not only about extending one’s own life, it also means a deeply felt connection to ancestors and future generations… The struggle to extend life is not only about wanting your children to carry on your name and preserve your reputation. It is also about passing along to them, the worldy goods you might have accrued so that their journey toward immortality might be easier, and their status higher. Money is consciously put aside aside for an inheritance.
Zum Thema
- Lane, Kevin P.; St-Maurice, Ian: The Chinese consumer: To spend or to save?, in: McKinsey Quarterly, Heft 1, 2006
- Li, Conghua: China: The Consumer revolution, Singapore, New York, Chichester u.a., 1999
Februar 10th,2006
China |
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Titel: Grundbegriffe der altchinesischen Philosophie
Untertitel: Ein Wörterbuch für die Klassische Periode
Autor: Ulrich Unger
Verlag: Wissenschaftliche Buchgesellschaft
Jahr: 2000
In diesem Buch werden philosophische Begriffe der klassischen chinesischen Periode kommentiert. In dieser Periode, vom 5. bis zum 3. Jahrhundert v. Chr., wurde in China der geistige Grund für die ostasiatische Kultur gelegt. Das Entstehungsdatum der großen chinesischen Philosophenwerke, z. B. 论语 Lunyu, 道德经 Daodejing, 荀子 Xunzi, 孟子 Mengzi, fällt in diese Zeit.
Ulrich Unger, von 1966 bis 1996 Professor für Sinologie in Münster und seit 1998 Leiter des DFG-Projekts ‘Wörterbuch des Klassischen Chinesisch’, versteht sich selbst primär als Philologe und will dementsprechend chinesische Wörter und Sätze verständlich machen. Unger, geb. 1930 in Leipzig, kommentiert überaus sachkundig die ausgewählten Termini.
Weder die Auswahl noch die Kommentierung der Termini ist erschöpfend, nichtsdestoweniger wird der Leser mit den wichtigsten Begriffen der chinesischen Philosophie vertraut gemacht. Sich dessen bewußt schreibt Unger in seinem Vorwort dazu: 与其终无有, 宁今有一二 (Besser nur dies und jenes, aber jetzt, als gar niemals etwas). Unger führt viele Zitate chinesischer Philosophen an, häufig auch in Chinesisch, um die Begriffe zu erläutern. Die Lemma untereinander sind häufig verlinkt, was dem Leser hilft, sie in ein größeres Bild einzuordnen. Dadurch ist das vorliegende Werk nicht nur ein Nachschlagewerk, sondern auch einschränkend als Lesebuch geeignet, indem man von Lemma zu Lemma weiterlesend, sich den Erörterungszusammenhang der altchinesischen Philosophie erschließt.
Die Entscheidung 繁体字 Langzeichen anstatt 简体字 Kurzzeichen zu verwenden, ist zu begrüßen. Jedoch bei der Transkription wurde, meiner Ansicht nach, auf ein unpraktisches System zurückgegriffen. Verwendung findet hier nicht 拼音字母 Pinyin oder Wade-Giles, sondern die traditionelle deutsche Umschrift, mit einigen Veränderungen. Wer mit dieser Umschrift nicht vertraut ist, wird am Anfang Schwierigkeiten haben, sich in den alphabetisch angeordneten Lemma zurechtzufinden. So findet man das Zeichen für 学 “lernen” nicht unter dem Eintrag “xue” (Pinyin), sondern unter “hioh”.
Das Buch enthält ferner ein Inhaltsverzeichnis der Lemma und einen Index.
Für die Beschäftigung mit den Originaltexten ist dieses Buch eine große Hilfe und daher nicht nur Sinologen empfholen, sondern allen an chinesischer Philosophie Interessierten.
Februar 2nd,2006
China |
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Heute nacht um 00:20 zeigt die ARD den Film ‘Xiaos Weg’ (chinesischer Originaltitel 和你在一起) von 陈凯歌 Chen Kaige aus dem Jahr 2002. Dies war das einzige mal, dass ich in China im Kino war.
Im Mittelpunkt steht der 13jährige Xiao Chun und seine Geige. Der Film enthält viel klassische europäische Musik, was mir zusätzlich sehr gut gefallen hat. Xiaos Vater bemüht sich, seinem Sohn in Peking zu einer guten Musikausbildung zuverhelfen, um für seinen Sohn und sich selbst eine Karriere zu erhoffen. Natürlich verläuft nicht alles wie geplant auf Xiaos Weg.
Der chinesische Filmtitel 和你在一起 bedeutet “mit dir zusammen sein” und betont damit weniger die Entwicklung von Xiao Chun, sondern die Beziehung zu seinem Vater.
Mir hat der Film damals sehr gut gefallen und hoffe er tut dies immer noch.
Phoenix zeigt heute um 20.15 die Doku ‘Chinas roter Milliardär’. Gegenstand der Doku ist die TCL Corp., einer der größten chinesischen multinationalen Konzerne.
Februar 1st,2006
China |
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